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Senioren oder Menschen, die kurz vor dem Ruhestand stehen, gelten mittlerweile als sehr attraktive Zielgruppe im Tourismusbereich. Gerade der Wandel hin zu einem Personenkreis, der durch ein hohes Maß an Mobilität und finanziellen Möglichkeiten gekennzeichnet ist, stellt für Reiseanbieter und Hoteliers eine besondere Herausforderung dar. Die Bereiche Kunst, Kultur, Komfort, Erholung und Bewegung stehen für viele Reisende in diesem Alter im Mittelpunkt. Wer sich dafür entscheidet, Best Ager als neue Zielgruppe zu umwerben, sollte sich vorab genau über deren Wünsche informieren und die Angebote entsprechend gestalten. Schließlich locken ein angestaubter Tanztee oder das Seniorensparmenü heutzutage kaum noch einen jungen Alten hinter dem Ofen hervor.

Best Ager als Zielgruppe: Welche Angebote passen am besten zur goldenen Generation
© Fotolia 11263060 / Kzenon

Was ist eigentlich ein Best Ager?

Best Ager ist ein sehr merkwürdiges Wort, welches es so in der englischen Sprache eigentlich gar nicht gibt. Vielmehr handelt es sich hierbei um einen „eingedeutschten“ Anglizismus. Andere Begriffe hierfür lauten goldene Generation, Silver Ager oder Generation Gold. Ein Blick auf die zahlreichen Grafiken zum demografischen Wandel macht deutlich, dass es immer mehr Menschen gibt, die in diese Kategorie fallen und deren Anzahl zukünftig auch noch weiter steigen wird. So ist zum Beispiel bekannt, dass in Deutschland im Jahr 2050 mehr als 32 Millionen Menschen älter als 55 Jahre alt sein werden. Aber nicht nur die wachsende Zahl, sondern auch das Verhalten der Menschen ist anders, als noch vor 30 oder 40 Jahren. Gerade die Personengruppe 55+ ist heutzutage viel aktiver, reist deutlich häufiger und zeigt ein verstärktes Interesse an kulturellen Angeboten. Auch im Bereich Sport + Wellness ist diese Entwicklung eindeutig bemerkbar. Generell finden sich Best Ager Angebote in nahezu allen Bereichen des Lebens wieder. Die Reisebranche hat den Trend erkannt und buhlt um diese Zielgruppe im Besonderen. Auch wenn Best Ager zunächst erstmal alle Personen über 55 Jahren zusammenfasst, gibt es auch hier Unterschiede. Schließlich hat ein 55-jährigeres Paar andere Bedürfnisse, als eine 75-jährige Alleinreisende.

Passende Angebote für Best Ager entwickeln: Die Gäste sollen sich rundum wohlfühlen

Seniorenrabatt, extra weichgekochte Seniorenportionen, Jolly spielen beim Tanztee oder das Kurkonzert waren gestern. Heutzutage präsentiert sich das Angebot speziell für Menschen ab 55 Jahren äußerst vielfältig und deckt ganz unterschiedliche Interessen ab. Kulturreisen stehen ebenso im Mittelpunkt, wie Wellness- oder Sporturlaube. Gleiches gilt für Kreuzfahrten auf dem Fluss oder zur See. Aktivität, Lebensfreude und die Begeisterung für neue Erfahrungen stehen dabei sicherlich im Vordergrund. Bei der Entwicklung von speziellen Angeboten sollten deshalb einige Dinge beachtet werden. Hierzu zählen:

  • Best Ager Kunden sind unabhängiger als andere Zielgruppen. Sie müssen in der Regel nicht mehr auf Schulferien oder den vom Betrieb zur Verfügung gestellten Urlaubskorridor achten. Dies macht sich vor allem beim Reisezeitpunkt bemerkbar. Gerade eher maue Belegungszeiten können für Best Ager mit den passenden Angeboten sehr interessant sein.
  • Menschen 55+ haben in der Regel ein verstärktes Interesse an Kultur, Kunst und abwechslungsreichen Wellness- und Sportangeboten. Dauer, Intensivität und Umfang dieser Aktivitäten sollten an die jeweiligen Bedürfnisse angepasst werden können.
  • Trotz der Agilität der Zielgruppe nehmen körperliche Beeinträchtigungen im Laufe der Zeit zu. Angebote (zum Beispiel Ausflüge) sollten dies stets berücksichtigen.
  • Personen im Best Ager Bereich haben oftmals andere Erwartungen an eine Unterkunft, was die Faktoren Ruhe, Ausstattung oder Essen betrifft.
  • Auch wenn die Best Ager heutzutage gesünder als noch vor 40 Jahren sind, sollte gerade bei längeren Aufenthalten die Möglichkeit einer schnellen und unkomplizierten medizinischen Betreuung bestehen.
  • Je höher das Alter, desto häufiger ist die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen alleine Reisen. Angebote sollten deshalb ohne große Aufschläge (zum Beispiel für ein Einzelzimmer) konzipiert werden.
  • Bei der Einrichtung von Zimmern stets auch auf die besonderen Bedürfnisse älterer Menschen achten.

Was Sie bei der Unterkunft für Best Ager beachten sollten!

Best Ager sorgen für Umsatz! Dies gilt selbstverständlich auch für Ihren Betrieb. Wenn Sie sich für ein solches Angebot entscheiden, sollten Sie stets beachten, dass Menschen in einem höheren Alter auch andere Bedürfnisse haben, als zum Beispiel ein junges Paar oder eine Familie mit Kindern. Ein gutes Beispiel hierfür ist das Zimmer. Hier spielt unter anderem die sogenannte Komforthöhe bei den Einrichtungsgegenständen eine sehr wichtige Rolle. Das Bett sollte daher so konzipiert sein, dass Ihre älteren Gäste ohne Probleme morgens aufstehen können. Darüber hinaus spielt die Erreichbarkeit der Zimmer eine nicht unerhebliche Rolle. Ebenerdige Räume oder der Einsatz eines Liftes sind deshalb besonders wichtig. Nutzen Sie bei der Präsentation Ihrer Angebote Texte und Bilder, die die besonderen Vorteile für die Best Ager zeigen. Um sich besser auf die jeweiligen 55+ Gäste einzustellen, sollte bei der Buchung zudem abgefragt werden, ob spezielle Vorkehrungen (zum Beispiel Badewannensitzhilfe) im Zimmer vorhanden sein sollten.

Zu guter Letzt

Die Best Ager sind eine interessante und recht umsatzstarke Zielgruppe, die Sie auf jeden Fall für sich begeistern sollten. Sie haben zudem den Vorteil, dass sie ganzjährig verreisen können, ohne auf Schul- oder Betriebsferien achten zu müssen. Bei der Konzeption ist es vor allem wichtig, passgenaue Angebote zu entwickeln, die die Wünsche und Bedürfnisse der 55+ Generation berücksichtigt. Nun sind Sie an der Reihe! Welche Erfahrungen haben Sie in diesem Bereich gemacht? Welche speziellen Angebote haben Sie parat? Schreiben Sie uns. Wir freuen uns auf Ihre Kommentare.

Hier schreibt

Bea Pircher
Bea Pircher beschäftigt sich mit kreativen Ideen zur Gewinnung neuer Gäste, zur Stammgästebindung, aber auch zur Büroorganisation und schreibt regelmäßig darüber im trend media Magazin.
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